Der Zentrale Speicherkanal ist das größte Projekt der Stadt Graz im Bereich Umweltschutz.
Alle aktuellen Informationen zum Bau findet ihr hier:

Sanierung der angeschlossenen Entlastungen

Derzeit werden entlang der Mur alle Entlastungen, die an den Zentralen Speicherkanal angeschlossen sind, in grabenloser Bauweise saniert. Der Vorteil? Minimale Aufgrabungsarbeiten und somit weniger Lärm und Belastung für die AnrainerInnen und die Umwelt. Bis zum Sommer sollen 27 Entlastungen mit einer Gesamtlänge von 2,5 km erneuert werden.

In Graz wird verunreinigtes Wasser, das im Kanalnetz keinen Platz mehr findet, über sogenannte „Entlastungen“ abgeleitet. Die meisten dieser Entlastungen führen in den neu errichteten ZSK, der die Wässer anschließend in die Kläranlage zur Reinigung transportiert. Diese Entlastungen wurden bei einer Begehung im Vorjahr überprüft. Das Ergebnis: Viele der alten Profilkanäle entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik. Im Jänner dieses Jahres wurde daher mit der Sanierung der Entlastungen begonnen. So wird einerseits sichergestellt, dass künftig kein eindringendes, sauberes Grundwasser in die Entlastungen gelangt und dann unnötigerweise in die Kläranlage abgeleitet wird und dort aufbereitet werden muss und andererseits auch, dass das gesamte abgeleitete Schmutzwasser im ZSK landet. Bis voraussichtlich Juli 2021 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Sämtliche Sanierungen werden mit „grabenlosen“ Methoden durchgeführt. Das bedeutet, dass keine beziehungsweise nur minimale Grabungsarbeiten (z. B. für die Montagegrube) notwendig sind. Durch diese innovative und sehr wirtschaftliche Methode werden Lärm, Staub und CO2-Emissionen reduziert und so die Umwelt sowie die Bevölkerung entlastet. Zum Einsatz kommen dabei verschiedenste Techniken: Beschichtungen, Abdichtung mittels Verpressung, Einbau von selbsttragenden Kurz- bzw. Segmentrohren. Eine „grabenlose Sanierung“ mit dem sogenannten „Kurzrohrrelining Verfahren“ wurde beispielsweise bereits im Bereich des Augartenbades umgesetzt:

Sanierung mithilfe von Kurzrohren
Beim Kurzrohrverfahren werden zwischen zwei Schächten neue, statisch selbsttragende Kurzrohre in einen Rohrstrang eingesetzt und anschließend der Zwischenraum mit Spezialmörtel verdämmt. Die Kurzrohre bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff und werden über eine Montagegrube in den Bestandskanal eingebracht. Eine Seilwinde transportiert die Kurzrohre an den beschädigten Teil des alten Kanalrohres. Zwischen Altbestand und neuem Rohr bleibt der sogenannte Ringspalt, das sind ungefähr 3 cm Freiraum, der dann mit einem Hochleistungsmörtel ausgefüllt und verdämmt wird.

Schnelles Handeln bei Regen gefragt
Eine Herausforderung bei der Sanierung stellen unerwartete Regenereignisse dar. Ing. Bernhard Schilcher, zertifizierter Kanal-Sanierungsberater der Ziviltechniker Gesellschaft Lugitsch, weist darauf hin, dass die Bauarbeiten bei Regen immer wieder plötzlich unterbrochen werden müssen: „Die Entlastungskanäle springen schon bei geringen Regenfällen an und transportieren die Mischwässer Richtung ZSK ab. Sobald ein Regenereignis eintritt, ist die Baufirma daher gefordert, die gesamte Mannschaft und Geräte sofort aus dem Kanal zu entfernen und die Baustelle kurzfristig einzustellen.“

Den gesamten Bauverlauf gibt es hier:

Der Baufortschritt

2003
Juli 18

Mischwasserproblematik

Die ersten Untersuchungen zur Mischwasserproblematik wurden von der Graz Wasserwirtschaft durchgeführt. Dazu wurde beispielsweise das gesamte Grazer Kanalnetz als Modell erstellt (hydrologische Modellierung).
2006
Juli 18

1. Variantenuntersuchung

Die erste Variantenuntersuchung wurde präsentiert. Geprüft wurden mögliche Szenarien, welche die Mischwasserproblematik in Graz lösen könnten. Der Zentrale Speicherkanal ging als beste Variante dieser Untersuchung hervor.
2008
Juli 18

Planung des Synergieprojektes

Die Planung des Synergieprojektes des 1. Abschnitts des ZSK startete. Damals nannte man den Zentralen Speicherkanal übrigens noch „HSEK“ (Hauptsammelentlastungskanal).
2009
Juni 24

Beschluss

Der Zentrale Speicherkanal wurde am 24. Juni 2009 beschlossen.
2012
März 15

Erster Abschnitt

Erster Abschnitt
Der erste Abschnitt des Zentralen Speicherkanals mit einer Länge von 3,2 Kilometern wurde von 2009 bis 2012 errichtet. Dieser befindet sich zwischen der Kläranlage Gössendorf und der Hortgasse.
2017
März 15

Baubeginn

Baubeginn
Der Baubeginn der Hauptbaumaßnahme erfolgt im Herbst 2017. Gebaut wird hauptsächlich in den Wintermonaten.
2021
März 15

Fertigstellung

Fertigstellung
Laut Plan sind die Bauarbeiten 2021 fertiggestellt.
2022
März 15

Inbetriebnahme

Inbetriebnahme
2022 soll der Zentrale Speicherkanal in Betrieb genommen werden.
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